Täler Südtirols

Start zur TourIm Rahmen unserer Bike-Week haben wir diese Tour an einem wunderbaren Septembertag befahren. Der erste Treffpunkt nach der Abfahrt war die Tankstelle in Prad. Peter, der Doppel-X-Fahrer, bot sich als Schlussmann an und los gings. Ich voraus, Heiko mit seiner Duc, Werner und Christian mit CBR dahinter. Christian, Josef und Ulrike folgten mit ihren Choppern. Dann war da noch die Hamburger Truppe mit dem Harley-Fahrer, der scheinbar den heißesten Reifen von allen fuhr. Und Peter mit seiner NTV.

Bis Meran kamen wir schleppend vorwärts, der Verkehr nervte. Kurz vor Meran sammelten wir uns alle, um uns bei der Stadtdurchfahrt nicht zu verlieren. Wer ins Passeiertal will, muß nämlich zuerst einmal quer durch Meran. Danach ging es zügiger voran bis St. Leonhard, der Gabelung zwischen Timmelsjoch und Jaufenpass. Wir hielten uns rechts Richtung Jaufen.

Jeder konnte nun sein Tempo fahren - man wollte sich eh auf der Passhöhe treffen. Auch ich genoss den guten Belag und die flüssigen Kehren und drehte den Hahn ein bißchen auf - in Erwartung, dass die Duc oder eine CBR mich überholten. Auf einmal hörte ich ein dumpfes Donnern - und der anfangs erwähnte Harleyfahrer ging an uns vorbei! Das konnten sich Duc und CBR nicht bieten lassen und setzten ihm vehement hinterher. Ich ließ sie ziehen. Die beiden Sportler aber waren nicht imstande, die Harley einzuholen, waren Harley extremdoch die geraden Strecken zwischen den Kehren zu kurz. Außerdem stürmte die (getunte??) Harley derart aus den Spitzkehren, dass einem Hören und Sehen verging.

Kurz unterhalb der Passhöhe aber kommt sie - die lange Gerade, nur einmal um 90 Grad geknickt. Duc und Honda gaben der Harley das Nachsehen und stellten die Hierarchie wieder her. Als ich oben ankam, waren die drei gerade abgestiegen. Heiko, mit gelber Duc, kniete vor dem Harleyfahrer nieder und sagte:' Du bist der erste Harleyfahrer vor dem ich auf die Knie falle. Wie kann man mit so einem Haufen Schrott sooo fahren?' Das Gelächter war groß und abends wurden dann ein paar Bierchen darauf gezischt.....

Nach einer kleinen Pause und nachdem sich alle wieder eingefunden hatten, fuhren wir über den holprigen Asphalt hinunter nach Sterzing. Gleich ging es wieder berghoch zum Penserjoch und einige von uns ließen es wieder ordentlich krachen. Oben angekommen, genossen wir auf der Terasse des Berggasthauses unsere Mittagsrast.

Die Abfahrt ins Sarntal war dann sehr angenehm - schöne Straße, guter Belag, herrliche Landschaft. Da einige tanken mussten, hielten wir gleich in der ersten Ortschaft an. Es war nur eine Zapfsäule zur Verfügung und es dauerte eine Weile, bis alle fertig waren. Die anderen entledigten sich derweil ob der großen Hitze im Tale ihrer Motorradklamotten und suchten den Schatten.

Die Fahrt nach Bozen war dann sehr abwechslungsreich - Kehren, unbeleuchtete Tunnels, Geraden, Ortsdurchfahrten mit Polizeikontrollen usw.... In Bozen war es siedend heiß, und jeder sehnte sich nach der nächsten Paßhöhe. Die Stadt durchquert gings weiter bis Terlan. Von dort führt eine Kurvenswingrasante Strecke hoch nach Mölten.
Wir freuten uns schon darauf, doch war der Asphalt auf der gesamten Strecke aufgefräßt und man konnte sein Bike nur mit Mühe gleichmäßig bewegen. Schei.... In Mölten angekommen hat man den Tschöggelberg erreicht, ein Hochplateau mit Panoramablick zwischen Bozen und Meran.

Die Strecke führte uns weiter bis Hafling (Haflingerpferde) und wieder hinunter in die Hitze Merans. Den Heimweg von hier aus fuhr jeder wiederum nach seinem Rhythmus. Man kannte ja die Straße und traf sich zu kaltem Bier auf der Terasse unseres Hotels.


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Charakter
Durch den Vinschgau, das Passeiertal, das Wipptal, das Eisacktal, das Sarntal und das Etschtal


Länge
300 km, ca. 5,5 h Fahrzeit


Verlauf
Trafoi - Meran - St. Leonhard - Jaufenpass - Sterzing - Penser Joch - durch das Sarntal bis Bozen - über die Weinstraße nach Meran - Trafoi

Hotel Tannenheim - Trafoi