an
den Comer See
Von unserm Haus führt uns der Weg, wie gehabt, übers Stilfser Joch
nach Bormio. Von dort fahren wir über die Staatstraße Nr. 38 weiter
nach Süden bis Tirano, Sondrio, Morbegno nach Colico am Comer See. Da es
sich um die Hauptader des Veltlins handelt, muß man teilweise mit erhöhtem
Verkehrsaufkommen rechnen. Man kommt aber gut voran, da es sich größtenteils
um eine Schnellstrasse handelt.
Die Ufercafés im Zentrum von Colico laden förmlich zur Kaffee- oder
Mittagspause ein. Richtung Süden wäre es nicht mehr weit bis Mandello
del Lario, dem Sitz des Moto-Guzzi-Werkes und -museums. Es wäre auch nicht
mehr weit bis zum Formel-1-Kurs in Monza oder bis Mailand. Wir aber fahren weiter
nach Norden Richtung Schweiz.
Kurz nach Chiavenna, das ganau 333 m hoch liegt, überqueren wir die Grenze.
Die Auffahrt zum Maloia-Paß ist eine Motorradstrecke, wie sie im Buch
steht. Schnelle, weite Kehren im unteren Bereich, engere, aber schön zu
fahrende Kehren im oberen Bereich, kennzeichnen diesen Übergang, der eigentlich
keiner ist. Denn es gibt keine Abfahrt. Man bleibt oben auf dem Plateau und
fährt an den Silvaplana-Seen entlang weiter bis St. Moritz, dem mondänen
Ferienort der oberen Zehntausend.
Am Kreisverkehr kurz nach St. Moritz geht's dann rechterhand zum Berninapaß,
eine wunderschön angelegte Straße im Schoße eines Hochtales,
hinauf bis zu den Gletschern des Berninamassivs.
Kurz nach der Paßhöhe können wir dann links abbiegen nach Livigno.
Wir verlassen hier wieder die Schweiz und nach Überquerung des Forcola
di Livigno (ödes Hochtal, Belag bei Regen sehr rutschig) kommen wir in
die zollfreie Zone Livigno. Livigno, das heißt 1 Liter Benzin 0,7 Euro,
1 Stange Malboro 19 Euro, Schnäpse, optische Geräte, Handys zu Zollfreipreisen.
Die Weiterfahrt über den Foscagno nach Bormio ist sehr abwechslungsreich.
Gute Strassenabschnitte wechseln sich mit Schlaglochpassagen ab, die - wenn
überhaubt - erst sehr spät durch entsprechende Hinweisschilder angekündigt
werden. Vorsicht ist also geboten. Dennoch ist die Strecke sehr schön,
die Dörfer urig, die Landschaft wunderschön.
Nun befahren wir das Stilfser Joch an diesem Tage das zweitemal - nur andersrum.
Derselbe Pass, in der Gegenrichtung befahren, kann oft einen ganz anderen Eindruck
vermitteln. Und Eindrücke gabs auch auf dieser Tour wieder einige: Gletscher,
Seen, reiche Dörfer, arme Dörfer, Schnellstraßen mit Flüsterasphalt,
Passstraßen mit Schlaglöchern, Grenzübergänge, teure Kaffeepausen
in der Schweiz, billiges Benzin in Livigno, unbeleuchtete Tunnels, Kühe
auf der Fahrbahn usw......
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