Graubünden
Von Trafoi aus führt uns der Weg wieder bis zum obligatorischen Tankstopp
in Prad. Es ist ein herrlicher, warmer Sommertag. Die geplante Route war sicher
die richtige Wahl, bewegen wir uns doch durchwegs zwischen 1000 und 2000 Höhenmetern.
Ich hätte keine Lust, ins Tal nach Meran oder Bozen zu fahren, wo schon
in den vergangenen Tagen 34 Grad schwüler Wärme gemeldet wurden...
Also lassen wir es frohen Mutes angehen und die Schweizer Grenze in Taufers
ist schnell erreicht. Ein kurzer Blick des Zöllners auf unsere Hinterreifen
- und weiter geht's ohne lästige Ausweiskontrolle. Einzig die Ortsdurchfahrten
(in der Schweiz sollte man sich zwingend an die erlaubte Geschwindigkeit halten)
bremsen ein wenig unsere zügige Passfahrt zum Ofenpass (2149 m).
Geplant war auf der Passhöhe nur eine Zigarettenpause, doch die mitfahrenden
Damen machten sich sofort in ärmellosen T-Shirts auf der Terrasse breit
und bestellten Kaffee. Irgendwann ging es dann weiter bis Zernez und dann linkerhand
Richtung St. Moritz bis zum Dörfchen La Punt. Über eine kopfsteingepflasterte
Auffahrt erfolgt die Abzweigung zum Albulapass.
Genauso urig wie die Landschaft ist auch die Straße mit ihrem Holperbelag.
Der österreichische KTM-Fahrer, dem ich vor einigen Tagen diesen Tourentipp
gab, war von dieser Straße hellauf begeistert, der holländische Hayabusa-Fahrer
weniger ....na ja....
Wir fuhren genüsslich weiter bis kurz vor Tiefenkastel die Abzweigung nach
Davos kam. Da wir beschlossen hatten, in Davos Mittag zu machen, legten wir
die 20 km bis dahin zügig zurück. Wir fanden dann auch eine Wirtschaft
mit Terrasse (...die sonnenhungrigen Damen dankten es uns) und die Preise waren
auch ganz o.k.
Die nun folgende Überfahrt über den Flüelapass (2400 m), eine
wunderschöne Motorradstrecke mit einer Serie von nicht zu engen Spitzkehren,
zeichnete sich durch wenig Verkehr und grandiose Ausblicke aus. Am Fuße
des Passes liegt das Dörfchen Susch, wo wir rechterhand Richtung Schulz
(auch Scuol genannt) abbogen.
Die Strecke bis Martina führt entlang der Talsohle durch die bewohnten
Ortschaften. Ab Martina (Grenze Schweiz-Österreich) beginnt aber ein Anstieg
bis Nauders, gespickt mit ca. 15 Serpentinen. Genüsslich preschten wir
Meter um Meter empor. Da das Benzin in Österreich momentan günstiger
war, wurde in Nauders noch einmal kollektiv getankt. Bezahlt man aber für
1 Liter Öl und eine Motorradzeitung knapp 22.- Euro (leider mir passiert),
hat man doch nichts gespart ... c´est la vie.
Über den Reschenpass (Italien) ging es weiter zum nächsten obligatorischen
Haltepunkt - das Dörfchen Graun im Vinschgau, dort wo der Kirchturm aus
dem Wasser des Reschensees ragt, die Kulisse des Ortlermassivs im Hintergrund.
Der beträchtliche, kühle 'Oberwind' verhinderte aber ein
neuerliches Sonnenbaden unserer weiblichen Mitfahrerinnen, worauf wir umgehend
den Heimweg antraten.
Über Mals, Glurns, Prad erreichten wir Trafoi in ca. 30 Minuten. Und siehe
da, die letzten Strahlen der Nachmittagssonne erwärmten unsere Terrasse.
Sofort entledigten sich unsere Damen ihrer Lederjacken und .............. !
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